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Was ist Hochfrequenzchirurgie (HF Chirurgie)?

In der Hochfrequenzchirurgie (= HF-Chirurgie) wird elektrische Energie in Form von Strom durch das Gewebe im Körper geleitet. Durch die Erwärmung ergeben sich – je nach Temperatur – verschiedene Effekte: Gewebe oder andere Körperzellen werden verändert oder zerstört. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten. Die häufigsten Anwendungen der Hochfrequenzchirurgie sind das Stillen von Blutungen (Hämostase), was im Zusammenhang mit der HF Chirurgie oft mit Koagulation*gleichgesetzt wird, und das Schneiden von Gewebe. Dafür kommen je nach Eingriff verschiedene Hochfrequenzchirurgie-Geräte wie monopolare Elektroden zusammen mit Neutralelektroden oder bipolare Pinzetten zum Einsatz.

 

Wie funktioniert die Hochfrequenzchirurgie?

Das Prinzip der Hochfrequenz-Chirurgie besteht daraus, Energie durch hochfrequentierten Strom in Wärme umzuwandeln und diesen in den menschlichen Körper zu leiten. Dadurch wird das Gewebe in der entsprechenden Region erwärmt. Der hochfrequente Wechselstrom wird je nach ausgewählter Methode in eine bipolare Pinzette oder eine monopolare Elektrode geleitet. An der Elektrodenspitze ist die Energiekonzentration so hoch, dass dort der gewünschte elektrochirurgische Effekt erzielt wird. Bei der Verwendung von monopolaren Elektroden müssen zusätzlich Neutralelektroden am Körper des Patienten platziert werden, die den Stromkreis schließen und den Patienten vor Verbrennungen schützen. Mehrere Faktoren beeinflussen die Reaktion des Gewebes und somit das Ergebnis der Anwendung. Diese sind:

  • Höhe der Temperatur
  • Stromdichte
  • Dauer der Anwendung
  • Geschwindigkeit in der die Temperatur erreicht wird
  • Art des Gewebes
  • Art der Elektrode
  • Platzierung der Elektrode (z.B. Platzierung der Neutralelektrode bei monopolarer Methode)

Durch die Umwandlung von elektrischer- zu Wärmeenergie lassen sich je nach Temperatur verschiedene medizinische Ziele erreichen. Am meisten wird die HF-Chirurgie für das Stillen von Blutungen und das Schneiden von Gewebe eingesetzt.

Zwei HF-Applikationstechniken: bipolare Pinzetten und monopolare Elektroden

Bipolare Technik

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Bipolare Pinzetten vereinen Aktiv- und Neutralelektroden in einem Instrument. Der Strom fließt über den einen Pinzettenschenkel in das Gewebe. Über den anderen Pinzettenschenkel wird der Strom wieder aus dem Gewebe hinaus, zum HF-Chirurgiegerät zurück, geleitet. Da die beiden Elektroden dicht beieinander liegen, ist nur ein sehr kleiner Bereich von der Anwendung betroffen. Wenn die Pinzetten zum Stillen von Blutstillung eingesetzt werden, werden die Blutgefäße mit den Spitzen des Werkzeugs gefasst und durch die Dehydration verengt bis sie komplett verschlossen sind.

Non-Stick Technologien

Beim Versuch die Pinzette vom Gewebe zu lösen kann es vorkommen, dass Gewebe abreißt und die Blutungsquelle wieder aufgeht. Je höher die Temperatur der Pinzette, desto stärker tritt dieser Effekt auf. Die Wärmeleitfähigkeit wird maßgeblich durch das Material der (Elektrode/Pinzette) bestimmt. Silber sorgt für eine optimale Wärmeableitung während des Koagulierens und verhindert somit das Anhaften von Gewebe.

Monopolare Technik

spatel_messe_kugel_elektodenMonopolare Elektroden werden mittels Hochfrequenzstromes zum Schneiden und Koagulieren von Gewebe während einer elektrochirurgischen Prozedur verwendet. Der Schaft der Elektrode wird in einen Griff eingeführt, der mit einem Kabel an ein Hochfrequenzgerät angeschlossen ist. Zusätzlich wird dem Patienten während des gesamten elektrochirurgischen Eingriffs eine Neutralelektrode nahe des Eingriffs auf die Haut geklebt. Der Strom fließt vom Gerät durch die Aktivelektrode, dem Ort mit dem größten thermischen Effekt, zur Neutralelektrode und
von da aus wieder in das HF-Chirurgiegerät. Somit wird der Stromkreislauf durch beide Elektroden geschlossen. Insgesamt ist dadurch eine größere Fläche betroffen, als bei der bipolaren Technik. Die gewünschten thermische Effekte zum Schneiden oder Koagulieren des Gewebes treten wie beschrieben an der Aktivelektrode auf.

Die Neutralelektrode wird meist am Oberschenkel oder Oberarm des Patienten platziert (nahe des Operationsfeldes). Die richtige Anbringung ist entscheidend dafür, dass der Strom ungehindert und vollständig an dieser Stelle wieder austritt. Bitte beachten Sie diesbezüglich die Gebrauchsanweisungen der Produkte.

 

Anwendungsgebiete der Hochfrequenzchirurgie

Die HF-Chirurgie wird in nahezu allen Bereichen der Chirurgie angewendet. Bei vielen operativen Versorgungen wird das Schneiden und zeitgleiche Verschließen der Blutgefäße zum Vorteil genutzt. So können gezielte Schnitte durch Gewebestrukturen ohne erheblichen Blutverlust und gewebsschonend erfolgen.

Das Anwendungsspektrum reicht vom minimalinvasiven oder endoskopischen Eingriff bis hin zur großen Laparotomie. Die häufigste Anwendung liegt in der blutarmen Präparation oder Resektion sowie Blutstillung. Aber auch eine gezielte thermische Behandlung von Läsionen oder Gewebsanomalien ist möglich. In der offenen Operationstechnik stellen bipolare Pinzetten und monopolare Elektroden die wichtigsten Instrumente der HF-Chirurgie dar.

Für welche Anwendung empfehlen sich bipolare Pinzetten?

Bipolare Pinzetten ermöglichen ein sehr präzises Greifen, Sezieren und Koagulieren von Gewebe. Sie eignen sich daher ganz besonders für Operationsschritte, bei denen die Schonung von benachbarten Strukturen im Vordergrund steht.

Für welche Anwendung empfehlen sich monopolare Elektroden?

In größeren Operationen sind monopolare Elektroden das wichtigste Instrument eines Chirurgs oder einer Chirurgin. Durch Einstellungen am HF Gerät und am Handgriff ermöglichen sie sowohl ein blutarmes Schneiden und Präparieren sowie eine gewebeschonende Koagulation und gezielte Blutstillung. Die Elektroden sind in einer Vielzahl von Formen und Längen erhältlich und können so für die jeweilige Anwendung passgerecht ausgewählt werden.

 

Vorteile der Hochfrequenzchirurgie

Im Vergleich zu mechanischen Schnitten zum Beispiel mit einem Skalpell bietet die Hochfrequenzchirurgie insbesondere folgende Vorteile:

  • blutarmes Operieren durch simultane Koagulation beim Schneiden
  • gezielte Blutstillung auch in engen Operationsgebieten
  • unkompliziertes und schnelles Verschließen von Blutgefäßen
  • kürzere Operationszeit 
  • Möglichkeit des endoskopischen Einsatzes

Mit monopoalen Elektroden und bipolaren Pinzetten können im Rahmen der Elektrochiurgie die behandelten Gefäße optimal verschlossen werden. Bipolare Pinzetten ermöglichen eine sehr präzise einhändige Koagulation von Blutgefäßen und Präparartion. Zudem ist die Gefahr von Verbrennungen reduziert. Weitere Vorteile gegenüber monopolaren Elektroden sind die geringere Beeinflussung von Herzschrittmachern und Geräten sowie die Einsetzbarkeit ohne zusätzliche Neutralelektroden. Monopolare Elektroden sind ein fester Bestandteil in der modernen Chirurgie und zeichnen sich durch ihr breites Anwendungsspektrum aus. Durch die Auswahl der Betriebsart am HF Gerät und am Handgriff und der Form der Elektrode kommen monopolare Elektroden in einer Vielzahl von Operationsschritten zum Einsatz. Sie kommen auch in der minimalinvasiven Chirurgie zum Einsatz.

ActiLine EcoCeps bipolaren Pinzetten - sehr präzises Greifen, Sezieren und Koagulieren

Soft-Closing und rutschfeste Hochprofilriffelung sorgen bei ActiLine EcoCeps bipolaren Pinzetten für sicheren Halt und bewirken ermüdungsfreies Arbeiten. Sie sind kompatibel zu allen gängigen Elektrochirurgie-Geräten.

Vorteile von ActiLine EcoCeps bipolaren Pinzetten auf einen Blick:

  • ergonomische Griffe mit abgewinkelter Kabelführung über den Handrücken
  • rutschfeste Hochprofilriffelung für ermüdungsfreies Arbeiten und sicheren Halt, auch mit Handschuhen
  • sicheres und präzises Erfassen und Koagulieren von Gewebe (Spitze auf Spitze) 
  • leichtes Schließen ohne Überkreuzen durch Soft-Closing 
  • bewährte Funktionalität wie bei Mehrwegpinzetten
  • Vielzahl an Formen, Größen und Längen für ein breites Einsatzspektrum
  • Standard- und Spezialanschlüsse für alle gängigen Geräte

 

Monopolare Elektroden ActiLine ArTec und Neutralelektroden

ActiLine ArTec monopolare Elektroden ermöglichen effizientes Gleiten durch das Gewebe. Sie sind wahlweise mit einem umspritzten Griff mit integrierter Sechskantarretierung erhältlich. Für die meisten Modelle verfügbare Beschichtung der Elektrode verhindert das Anhaften des Gewebes an der Elektrode. Dadurch sinkt die Gefahr, dass das Gewebe beim Entfernen der Elektrode reißt, exorbitant. Die große Auswahl an Elektroden für die monopolare HF-Chirurgie bietet für viele Anwendungen die passende Lösungen.

Vorteile von ActiLine ArTec monopolaren Elektroden auf einen Blick:

  • ermöglichen örtlich stark begrenzten Effekt
  • geringe Rauchentwicklung
  • breites Sortiment für diverse Anwendungsgebiete u.a. Mikrodissektions-Nadelelektroden aus Wolfram
  • mit verschiedenen Veredelungen wie PTFE oder Titan-Antihaftbeschichtung
  • diverse Formen für unterschiedliche Anforderungen
  • Griff mit 4-fach geriffeltem Spritzguss für leichten Wechsel unter nassen Bedingungen

Vorteile der Neutralelektroden auf einen Blick:

  • gute Hautverträglichkeit
  • guter Halt auf der Haut
  • einfache und rückstandslose Entfernung 
  • das Sortiment umfasst verschiedene Formen für viele Anwendungen.

 

Referenzen

Promecon entwickelt, produziert und vertreibt qualitativ hochwertige und zugleich wirtschaftliche Einmalprodukte. Wir bieten unseren Kunden aus dem Gesundheitswesen ein umfassendes und serviceorientiertes Qualitätsmanagement und sind zertifiziert nach DIN EN ISO 13485:2016.

 

Sortiment Hochfrequenzchirurgie Produkte

Für die Hochfrequenzchirurgie (= HF-Chirurgie oder Diathermie sowie Elektrokauterisation) bietet Promecon ein breites Sortiment an monopolaren Elektroden und bipolaren Pinzetten zur einmaligen Verwendung in besonders hochwertiger Qualität an. Daneben ergänzen Produkte wie Elektrodengriffe und Kabel zum Einmalgebrauch das Sortiment.  

Einmal HF-Chirurgie Elektrodenhandgriff

Der Elektrodenhandgriff ermöglicht ermüdungsfreies Arbeiten während der Diathermie. Die schlanke Form sowie die ergonomische Tastenposition und griffige Oberfläche der Rückseite erleichtern die Anwendung. Sie sind kompatibel mit allen gängigen HF-Chirurgie-Generatoren. 

ActiLine Rauchgasabsaugung für ActiLine EcoGrip HF-Elektrochirurgie Handgriffe

Die Einmal-Rauchgasabsaugung evakuiert Rauch wirksam und zuverlässig bereits am Ort der Entstehung. Sie schützt medizinisches Personal vor Aufnahme toxischer und kanzerogener Rauchgase und ermöglicht freie Sicht auf das Operationsgebiet. 

Weitere Informationen zu unserem Produktsortiment für die  HF Chirurgie: 

 

 

 


ActiLine bipolare Pinzetten 

Präzises Erfassen und Koagulieren von Gewebe oder Blutstillung in einem breiten Einsatzspektrum. 

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ActiLine monopolare Elektroden

Bewegen sich gleitend und effizient durchs Gewebe. 

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Elektrodengriffe inkl. Zubehör

Elektrodenhandgriff für ermüdungsfreies Arbeiten und Rauchgasabsaugung zum Schutz vor toxischer und kanzerogener Rauchgase.

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Neutralelektroden

Zur Ableitung des Stroms vom Patienten bei der Technik mit monopolaren Elektroden.

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FAQ

Risiken der HF-Chirurgie: Verbrennungen

Verschiedene Ursachen können dazu führen, dass der Patient nicht erwünschte Verbrennungen erleidet. Bitte vergewissern Sie sich, dass sie alle Vorkehrungen getroffen haben, um dies zu verhindern. Weitere Informationen: Risiken der Patientenschädigung bei der Hochfrequenz-Chirurgie(BfArM)

Was bedeutet *Koagulation?

Koagulation beschreibt die Ausfällung, Ausflockung oder Gerinnung eines Stoffes, also den Übergang kolloidaler Stoffe aus dem Lösungszustand in den Gelzustand. Vereinfacht gesagt: „Gewebeverkochung“. Das Gewebe wird vom hochfrequenten Strom langsam erhitzt, sodass intra- und extrazelluläre Flüssigkeit verdampft. Dadurch schrumpft das Gewebe. Der entstandene Gewebeleim und die Gewebeschrumpfung führen dazu, dass perforierte Blutgefäße verschlossen werden = Hämostase.

Wie kann verhindert werden, dass Schorf an den monopolaren Elektroden anhaftet?

Alle ActiLine ArTec monopolaren Einmal-Elektroden sind auch mit einer hochwirksamen Antihaftbeschichtung aus Titannitrid-Keramik oder mit PTFE (Polytetrafluorethylen) Beschichtung erhältlich. Sie verringert wesentlich die Bildung und Haftung von Schorf.

Können die HF-Chirurgie Instrumente für Operationen am zentralen Nervensystem eingesetzt werden?

Nein! Die ActiLine EcoCeps bipolare Pinzetten und ActiLine ArTec monopolare Elektroden sind nicht für den Einsatz am zentralen Nervensystem (Gehirn, Hirnhaut oder Rückenmark) bestimmt. Ausführliche Informationen finden Sie in der Gebrauchsanweisung

Wann empfiehlt sich die Nutzung von Elektroden aus Wolfram?

ActiLine ArTec XTreme monopolare Einmal-Mikrodissektions-Nadelelektroden aus Wolfram verfügen über ultrascharfe Spitzen für feine, saubere Haut- und Gewebsschnitte. Die hitzeunempfindliche Isolation schützt vor unerwünschten Verbrennungen.

Wann empfiehlt sich die Nutzung von Elektroden aus Silber?

Silber verhindert durch seine hohe Wärmeleitfähigkeit ein Anhaften des Gewebes und biete die beste Antihafteigenschaft (Non-stick Technologie).

Welche Vorteile bietet eine integrierte Spülung?

Durch einen eingebauten Spülkanal wird ein Sprühnebel direkt auf die Koagulationsfläche gegeben. Dadurch wird dem starken Verkleben von Gewebe und Pinzette vorgebeugt. Einige ActiLine EcoCeps-Modelle sind mit integrierter Spülung erhältlich, sprechen Sie uns an.

Gibt es bipolare Pinzetten mit präkonnektiertem Kabel?

Alle bipolarenPinzetten sind auch mit vorkonnektiertem Kabel (3, 4, oder 5 Meter) mit internationalem 2-Pin-Stecker oder mit speziellen Steckern bekannter Hersteller erhältlich. Die Kabelverbindung am Pinzettenkopf ist nicht geklebt, sondern umspritzt. Dadurch sind keine Schleichströme durch Eindringen von Nässe möglich.

 

 

 

 

Quellen

R. Kramme (Hrsg.), Medizintechnik, DOI 10.1007/978-3-642-16187-2 _32, Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2011 S.565 ff

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: "Vorkommnisse bei der Anwendung der HF-Chirurgie"

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: "Risiken der Patientenschädigung bei der Hochfrequenz-Chirurgie"

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